Zur Geschichte / Baugeschichte
Die Schillerkirche "Unserer Lieben Frau"ist die Kirche des einstigen Dorfes Wenigenjena und somit die Urpfarrei des später nach Jena eingemeindeten Gemeindebezirkes Jena-Ost. Das Kirchgebäude ist eine Saalkirche aus dem 14. / 15. Jahrhundert, die an Stelle eines Vorgängerbaues (um 1300) zu Ehren von Maria, der Mutter Jesu, errichtet wurde. Im gotischen Stil begonnen, konnte die Kirche später nur bescheidener fertiggestellt werden. So entstand das heutige Konglomerat, das der Kirche ihren besonderen Reiz verleiht.
Weil Friedrich von Schiller und Charlotte von Legefeld 1790 in dieser Kirche getraut wurden, hat sich im Volksmund der Name Schillerkirche eingebürgert.
Historische Daten 
- 1307 Ersterwähnung eines Pfarrers in "Klein - Jena"
- 1382 Weitere urkundl. Erwähnng der Kirche mit dem Namen "Unserer Lieben Frau"
- um 1410 Baubeginn des heutigen hochgotischen Chores (zweiter Kirchenbau) mit schlanken Fenstern, zierlichem Maßwerk, Fichblasenmuster, Kleeblattbögen
- um 1490 Die "Schöne Pforte" (Südportal), der Sakramentsschrein im Chor und die säulengestützte Holzdecke des Chorraumes werden fertig gestellt
- um 1500 Kirche wird notdürftig "unter Dach" gebracht, Turm und hinteres Langschiff werden nicht ausgeführt, es entsteht das heutige Konglomerat, das der Kirche ihren besonderen Reiz gibt
- 1517 zur geschichtl. Einordnung: Luthers 95 Thesen
- 1527 Erste Visitation im Kirchengebiet unter Leitung von Philipp Melanchton
- 1733 Einbau der ersten Orgel nach einer Spendenaktion
- 1790 Trauung von Friedrich Schiller mit Charlotte von Lengefeld
- 1806 Der Pfarrer der Schillerkirche Putsche wird gezwungen, die Truppen Napoleons über Nacht durch das Rauhtal zum Copedaer Schlachtfeld zu führen (Schlacht bei Jena und Auerstedt)
- 1902 Die provisorische Holzdecke des Chorraumes wird durch ein Kreuzgewölbe ersetzt
- 1909 Die Kirchgemeinde Wenigenjena (Pfr.Ackermann) möchte die Kirche in "Schillerkirche" umbenennen, dies wird, auch in späteren Anträgen, behördlich abgelehnt (Weimar)
- 1963 Im Chorraum werden Emporen und Kanzel entfernt, die Kirche erhält ihr heutiges Aussehen
- 1973 Einbau einer neuen Orgel (Fa. Böhm - Gotha)
- 1977 Infolge von Schwammschäden stürzt die Decke des Langhauses ein, die Orgel wird ausgebaut und das Langschiff gesperrt, Gottesdienste werden in den Sommermonaten im Chorraum gehalten
- 1997 Langschiff und Orgel werden zum Reformationsfest neu eingeweiht
- 2003 Der Chorraum wird restauriert und im Ostergottesdienst eingeweiht
- 2007 Die Gemeinde feiert das 700 - jährige Bestehen ihrer Schillerkirche "Unserer Lieben Frau"

